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Gentoo Installation Acer Aspire One

Gentoo-Linux Installation (2008.0) auf einem Acer Aspire One Netbook (Stand Februar '09)

Ein Erfahrungsbericht von Elsni

1. Vorbereitung

Grundlage der Installation ist der Gentoo Linux x86 Quick Install Guide. Was dort drin steht ist Gesetz. Dieser Text ist lediglich eine Dokumententation selbst gemachter Erfahrungen.

Weitere sehr hilfreiche Infos zum Aspire One gibt es im Gentoo Linux Wiki.

Man sollte sich darüber im klaren sein dass es eine netzwerklose Installation wird. Mit der Boot-CD funktioniert weder LAN noch WLAN, deshalb sollte man zumindest einen freien USB-Stick, einen Zweitrechner mit Internet-Anschluss und viel Geduld mitbringen. Ideal ist eine USB-Platte mit einem kompletten Gentoo-Distfiles-Verzeichnis (ca. 80GB), ansonsten muss man für jedes emerge die passenden source-Archive von Hand aus dem Netz laden und auf den Stick kopieren, so lange bis das Netz läuft. Zumindest braucht man also dafür den Kernel 2.6.28 - denn in früheren Kerneln ist der r8169-Treiber für den im Aspire One verwendeten Chip (RTL8101E/RTL8102E) defekt.

Das Netbook wurde mit Windows XP Home ausgeliefert. Diese Installation soll erhalten bleiben. Zuerst wurde testweise Ubuntu 8.04 auf dem Netbook installiert. Während dieser Installation wurde die Windows-Partition verkleinert um Platz für Ubuntu zu schaffen. Ubuntu ist aber zu oversized und träge, Gentoo ist IMHO für ein Netbook besser geeignet. Als Installations-CD-Image verwende ich das Gentoo-live CD Image livecd-i686-installer-2008.9-r1.iso

Die Hardware lief unter Ubuntu nach einigem Gebastel bis auf 3G (UMTS) vollständig, isofern ist bekannt welche Hardware und welche Module verwendet werden (siehe nachfolgende Liste).

2. Hardware

Gesammelte Daten aus der vorherigen Ubuntu-Installation:

3. Bootmedium vorbereiten

Zuerst wollte ich das ISO der live-CD von einem Stick bootbar machen. Leider schlugen alle Versuche mehr oder weniger fehl, deshalb habe ich die live-CD gebrannt und von einem externen USB-CD-Rom Laufwerk gebootet.

4. Booten

Kurz nach dem Einschalten F12 drücken, dann kann man bei dem Aspire One das Bootdevice (CD-Rom) auswählen. Als Kernel habe ich gentoo-nofb verwendet, da der Framebuffer leider nicht funktioniert:

boot: gentoo-nofb pci=biosirq acpi=off nosound nox

Den Fehler "hda_codec: Unknown model for ALC268..." Fehler muss man leider aussitzen, es geht nach ein paar Minuten weiter, ich habe keine Möglichkeit gefunden den Fehler zu umgehen.

5. Partitionieren

Die Ubuntu-Partitionen wurden gelöscht und statt dessen gegen eine einzige primäre Partition getauscht. Aktuell sieht dies dann so aus:

    Device Boot    Start         End    Blocks  Id  System
 /dev/sda1             1         637   5116671  12  Compaq diagnostics
 /dev/sda2   *       638       17945 139026510   7  HPFS/NTFS
 /dev/sda3         17946       19457  12145140  83  Linux

Formatiert wurde mit ext2:

mke2fs /dev/sda3

6. Root Mounten

livecd root # mount /dev/sda3 /mnt/gentoo
livecd root # mkdir /mnt/gentoo/boot
livecd root # cd /mnt/gentoo

7. Externe Platte mounten, stage3 tarball und portage snapshot entpacken

Wir erinnern uns: auf dieser befinden sich distfiles, ein portage snapshot und ein stage3 tarball. In unserem Fall auf der zweiten Partition einer externen usb-Platte.

livecd gentoo # mkdir /mnt/usbplatte
livecd gentoo # mkdir /dev/sdb2 /mnt/usbplatte
livecd gentoo # time tar xjpf /mnt/usbplatte stage3*

real 1m21.034s
user 1m10.840s
sys 0m6.870s
livecd gentoo # cd usr
livecd usr # time tar xjpf /mnt/usbplatte portage*

real 0m56.079s
user 0m37.540s
sys 0m11.210s

Ging ja doch relativ schnell.

8. Chrooting usw.

.. nach dem Quick-Install Guide 2.16 - 2.18

9. Kernel kompilieren

Wie schon erwähnt brauen wir einen aktuelleren Kernel wegen des Netzwerktreibers. Also müssen wir erstmal die Kernel-Sourcen installieren:

livecd gentoo # ACCEPT_KEYWORDS="~x86" emerge =vanilla-sources-2.6.28

Wenn man keine Versionsnummer angibt erhält man einen noch aktuelleren Entwicklerkernel (2.7.irgendwas), das wollte ich nicht.

in der /etc/make.conf folgendes setzen:

CFLAGS="-march=prescott -O2 -pipe"
CXXFLAGS="${CFLAGS}"

Standardmäßig ist der gcc 4.1.2 installiert, der kennt -march=native noch nicht, deshalb march=prescott.

Dann den Kernel konfigurieren wie es hier steht. Es ist wichtig den SATA-Treiber fest in den Kernel einzukompilieren, sonst wird die root-Partition nicht gefunden.

Dann Grub installieren. Booten - geht winking smiley im günstigsten Fall.

Den LAN-Treiber habe ich auch fest in den Kernel einkompiliert. dhcpcd ist noch nicht installiert, also erstmal eine feste IP vergeben (/etc/conf.d/net) und voilá - wir haben Netz!

Framebuffer-Console war nur mit vesafb zum laufen zu bewegen und leider nur in 800x600 nicht in 1024x600. Aber mit dem richtigen Konsolenfont sieht es trotzdem gut aus.

10. Software installieren

10.1 Tip für die netzwerklose Installation

Eine externe Platte mit einigen aktuellen distfiles ist vorhanden. Lokal in /usr/portage/distfiles befinden sich ebenfalls tarballs die mit emerge -f bereits auf gut Glück runtergeladen wurden. Wer ständig über Netz verfügt, dem kann es egal sein. Normalerweise stehen in der make.config die Mirrors von denen tarballs heruntergeladen werden können (GENTOO_MORRORS="...") Dort kann auch ein lokaler Pfad stehen. Wenn man also auch z.b. in /mnt/usbplatte/distfiles pakete liegen hat muss man sie nicht in das lokale disfiles-Verzeichnis kopieren, sondern einfach nur den Pfad in GENTOO_MIRROS eintragen.

10.2 gcc

Ich habe den gcc aktualisiert, damit -march=native als compilerschalter verwendet werden kann. Ich habe so zumindest das Gefühl dass besserer Code für den Atom generiert wird.

livecd gentoo # ACCEPT_KEYWORDS="~x86" emerge gcc

Das dauert seine zeit, es werden die glibc und die binutils ebenfalls aktualisiert.

Mittlerweile habe ich ACCEPT_KEYWORDS="~x86" in der make.conf verankert. Ob das so schlau ist weiss ich nicht, einige ebuilds mucken wegen zirkulärer Referenzen (z.B. sdl und directfb), beim Kompilieren erscheinen Warnmeldungen

10.3 make.conf

Anbei meine make.conf wie ich sie verwende

10.4 Hochauflösende Console 1024x600

Eine hochauflösende Textconsole ist etwas feines. Auf dem Aspire One und auch auf auf anderen Netbooks mit ähnlicher Grafikhardware bekommt man mit Bordmitteln (vesafb oder intelfb) jedoch nur eine Auflösung von 800x600 hin und verschenkt damit viel Platz und Bildschärfe. Grund dafür ist das Video-BIOS, in dem der Modus 1024x600 nicht enthalten ist.

Abhilfe schafft der Userspace-Treiber uvesafb der ab Kernel 2.6.23 in den gentoo-sources und ab 2.6.24 auch in den vanilla-sources enthalten ist.

10.4.1 Installieren von uvesafb

  1. cd /usr/src/linux
  2. Konfiguriere den Kernel, in der "Device Drivers" Sektion wähle folgendes:
    Connector - unified userspace <-> kernelspace linker und Graphics support ---> Support for frame buffer devices ---> Userspace VESA VGA graphics support
  3. neuen Kernel kompilieren: make
  4. klibc installieren: emerge klibc
  5. v86d installlieren: emerge v86d
  6. kernel erneut konfigurieren, in der "General Setup" Sektion wähle: Initial RAM filesystem and RAM disk (initramfs/initrd) support und trage /usr/share/v86d/initramfs in Initramfs source file(s). ein.
  7. Kernel bauen make && make modules_install und wie gewohnt installieren

10.4.2 915resolution installieren

915resolution ist ein Programm das das Video-Bios von Intel Grafikchips patchen kann. Da die Welt nicht so einfach ist wie wir sie gerne hätten unterstützt die aktuell vorhandene Version 915resolution-0.5.3-r2 den im Acer verbauten Chip 945GME nicht. Es existiert jedoch bereits der Bug 238349 im Gentoo-Bugtracker mit Lösung, es ist also nur noch eine Frage der Zeit wann die gepatchte Version zur verfügung steht. Da ich auch ein ebuild gebaut habe kann man sich vorher die Version aus dem Elsniwiki Portage-Overlay installieren.

http://www.mail-archive.com/debian-eeepc-devel@lists.alioth.debian.org/msg00785.html

10.5 X

X wird installiert wie in den Gentoo-Dokus beschrieben. Grafiktreiber ist intel (steht in der make.conf).

10.5.1 LXDE-Desktop

Als Desktop wird LXDE favorisiert, KDE oder Gnome sind einfach zu fett. Hilfreiche infos zur Installation von LXDE unter Gentoo finden sich im Gentoo-Wiki.

Bevor ACCEPT_KEYWORDS="~x86" in der make.conf verankert wird (na, ob das so schlau ist...) muss jedoch layman installiert werden, da er der maskierten Version nicht läuft (es fehlt ein python-modul - irgendwas mit hash.., keine Ahnung wie man es manuell nachinstalliert).

Dann nach Anleitung emergen.

Dann sollte man am Ende der /etc/rc.conf den Eintrag #XSESSION="Gnome" auf

XSESSION="openbox"

ändern, also auskommentieren und openbox anstatt Gnome setzen.

Dann sollte man die die DPI setzen, sonst werden die Schriften viel zu groß dargestellt, dazu wird im home-Verzeichnis eine Datei .Xdefaults angelegt, die folgende Zeile enthält:

Xft.dpi: 80

Die Zahl 80 kann man anpassen, einfach mal ausprobieren. Größere Zahlen machen die Schrift größer und umgekehrt. Das wirkt sich auch auf Firefox aus.

Dann kann man lxde testweise starten:

startx

11. Links

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