Gentoo Installation unter VMWare Workstation 5.5.3
nach dem Gentoo Quick Install Guide
Diese Step-By-Step Anleitung beschreibt die Installation und die dabei gemachten Erfahrungen von Gentoo Linux 2006.1 unter VMWare Workstation 5.5.3. VMWare läuft in diesem Fall unter Windows Vista auf einem Host mit AMD Athlon 64x2.
Wichtig: Mit StrgAlt /gleichzeitig drücken) kommt man während der Installation wieder aus dem VMWare-Fester raus, d.h. der Mauszeiger gehört wieder Windows. Die Tastenkombination kann aber über Edit->Preferences->Hot keys in der VMware eingestellt werden.
Hardware des Host Rechners
Der Rechner ist etwas aufgebohrt, deshalb lassen sich virtuelle Maschinen in brauchbarer Geschwindigkeit dartauf laufen lassen.
- AMD Athlon 64 x2 4400+ - sollte auf voller Taktfrequenz laufen sonst kommt das VMWare Timing durcheinander
- 2GB Ram
- 200 GB Festplatte
Die restliche Hardware ist uninteressant, denn sie wird von VMWare emuliert.
Virtuelle Machine einrichten:
Ich habe eine neue Virtuelle Maschine mit folgenden spezifikationen eingerichtet:
- Betriebssystem: Other Linux Kernel 2.6
- 512 MB Ram
- 8 GB Disk-Space, nicht gesplitte
- SCSI-Disk, BusLogic? Controller
- NAT Networking: die Virtuelle Maschine verwendet den Netwerkadapter der Hostrechners
Gentoo-Installations-CD booten
- Gentoo_install-x86-universal-2006.1.iso über VMWare mounten.
Zu finden ist die ISO auf einem Mirror im sub-Directory releases/x86/2006.1/installcd/
- Virtuelle maschine starten, mit
Alt-F1 auf verbose schalten
- deutsche Tastatur (de) wählen. Wenn man das verpasst hat kann man immer noch mit
loadkeys de auf deutsche Tastatur umschalten.
Disk vorbereiten
fdisk starten und Partitionen einrichten. Ich habe mich für folgendes Partitionslayout entschieden:
/dev/sda1/ 7GB Haupt-Partition
/dev/sda2/ 1GB swap (in fdisk auf ID 82 ändern)
Dann Partitionen formatieren und swap einbinden (ich habe ext2 als Dateisystem auch für die Hauptpartition gewählt):
# mke2fs /dev/sda1
# mkswap /dev/sda2
# swapon /dev/sda2
Danach muss die Hauptpartiton gemountet werden
# mount /dev/sda1 /mnt/gentoo
# mkdir /mnt/gentoo/boot
Stage-3 tarball + Portage snapshot downloaden und installieren
Wird einfach gemacht wie im Quick Install Guide unter Punkt 2.12 bis 2.14 beschrieben.
make.conf editieren
# cd ../etc
# mv make.conf make.conf.old
# cp make.conf.example make.conf
# nano -w make.conf
Dort folgende Zeilen ändern/einfügen (ähnliche Zeilen sind schon vorhanden, aber mit einem # auskommentiert):
CHOST="i686-pc-linux-gnu"
CFLAGS="-march=pentium3 -O3 -pipe -fomit-frame-pointer
CXXFLAGS="${CFLAGS}"
Natürlich sollte man auch irgendwann die USE-Flags anpassen. Diese Flags steuern welche Features in den später installierten Softwarepaketen mit hineinkompiliert werden. Zunächst wollen wir ein lauffähiges Grundsystem ohne X haben, deshalb wird die USE-Flag Zeile so angepasst:
USE="-X -gtk -gnome alsa"
Wird diese Zeile nicht verändert versucht das System als erstes X zu installieren was natürlich nicht klappen kann wenn die Pakete nicht vorhanden sind und nicht aus dem Netz geladen werden können.
HINWEIS: Später (wenn eine schnelle Internetverbindung vorhanden ist) sollten die USE-Flags anders gesetzt werden, sonst ist das System ohne grafische Benutzeroberfläche ziemlich spaßfrei.
mit Strgo Strgx speichern und benden.
Basissystem installieren
# cd ..
# mount -t proc none proc
# cp /etc/resolv.conf etc
# chroot /mnt/gentoo /bin/bash
# env-update && source /etc/profile
HINWEIS: Wenn man ab jetzt die Installation unterbricht und später fortsetzt (nur dann!), muß man von erneut von der Gentoo CD booten und die folgenden Schritte durchführen, solange die virtuelle Festplatte noch nicht von alleine booten kann:
# mount /dev/sda3 /mnt/gentoo
# mount /dev/sda1 /mnt/gentoo/boot
# cd /mnt/gentoo
# mount -t proc none proc
# chroot /mnt/gentoo /bin/bash
# env-update && source /etc/profile
Kernel konfigurieren und kompilieren
Zuerst wird die Zeitzone auf deutsche Zeit gesetzt, dann holen wir uns die Kernel-Sourcen. Ich bevorzuge dabei den vanilla-Kernel, das ist der ungepatchte Kernel 2.6.11.11 bei der verwendeten Installations-CD.
# ln -sf /etc/localtime /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin
# emerge vanilla-sources
# cd /usr/src/linux
# make menuconfig
Ladbare module brauchen wir u.a. für die VMWare-Tools:
Loadable module support --->
[*] Enable loadable module support
[*] Module unloading
[*] Automatic kernel module loading
Da VMWare keine CPU emuliert, sondern das System auf der HOST-CPU laufen lässt, müssen wir den richtigen CPU-Typ einstellen:
Processor type and features --->
[ ] Generic x86 support
[ ] Symmetric multi-processing support
Processor family --->
(X) Pentium-III/Celeron(Coppermine)/Pentium-III Xeon
SCSI-Unterstützung aktivieren:
Device Drivers --->
SCSI device support --->
<*> SCSI device support
<*> SCSI disk support
SCSI low-level drivers --->
<*> BusLogic SCSI support
Andere eingestellte SCSI-Treiber habe ich abgewählt.
Wenn man auch Soundunterstützung haben möchte:
Device Drivers --->
Sound --->
<*> Sound card support
Advanced Linux Sound Architecture --->
<*> Advanced Linux Sound Architecture
<*> OSS Mixer API
<*> OSS PCM (digital audio) API
PCI devices --->
<*> (Creative) Ensoniq AudioPCI 1371/1373
Netzwerk-Unterstützung:
Device Drivers --->
Networking support --->
[*] Networking support
[*] Network device support
Ethernet (10 or 100Mbit) --->
[*] Ethernet (10 or 100Mbit)
[*] EISA, VLB, PCI and on board controllers
<*> AMD PCnet32 PCI support
Nach Belieben sollte man noch USB-Support usw. einstellen, bzw. was man noch braucht. Ich habe USB incl. EHCI (Hi-Speed) aktiviert, da ich eine USB 2.0 PCMCIA-Karte habe.
Ich glaube, PCMCIA-Unterstützung muß nicht aktiviert werden, da die Karten (USB, Wlan etc.) vom Host-System behandelt und von VMWare emuliert werden. Sicher bin ich mir dabei allerdings nicht.
# make && make modules_install
Das dauert ein paar Minütchen, aber nicht wirklich lange.
Systemkonfiguration
Die Datei /etc/fstab muss angepasst werden damit die Dateisysteme später automatisch an die richtige Position gemountet werden. Aufruf des Editors
Die Zeilen unterhalb von # NOTE: ... müssen für die vorhandene Konfiguration so aussehen:
/dev/sda1 /boot ext2 defaults,noatime 1 2
/dev/sda3 / ext3 noatime 0 1
/dev/sda2 none swap sw 0 0
Domainnamen setzen. In meinem Fall heißt der Rechner andromeda
# nano -w /etc/conf.d/hostname
dort HOSTNAME="andromeda" eintragen (wenn der Rechner andromeda heißen soll).
Domainnamen dem System bekanntmachen:
# rc-update add domainname default
root-Passwort setzen äußerst wichtig
Netzwerkkonfiguration
...ist unter VMWare unkritisch, da wir und des Netzwerkadapters des Hostrechners bedienen. Mit anderen Worten: Netzwerk sollte bereits funktionieren. Einfach mal einen Test versuchen:
Klappt es, ist alles ok. Wenn nicht - bitte das ausführliche Gentoo-Installationshandbuch lesen, dort ist die manuelle Netzwerkkonfiguration detailliert beschrieben - darauf möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen.
Netzwerk für den automatischen Start konfigurieren:
# rc-update add net.eth0 default
/etc/hosts anpassen:
Dort können alle IPV6-Zeilen (beginnen mit :: oder ff0) mit # auskommentieren, und in der ersten relevanten Zeile hinter localhost den eigenen Rechnernamen schreiben. Besagte Zeile sieht dann in etwa so aus:
127.0.0.1 localhost andromeda
Notwendige Pakete installieren
# emerge syslog-ng
# emerge dhcpcd
# rc-update add syslog-ng default
Hinweis: Nachdem ich ein bißschen mt der Kernelkonfiguration herumgespielt habe war ich nicht mehr in der Lage einen neuen Kernel zu kompilieren - Diverse input/Output Errors beim kompilieren, (z.B. immer bei init/version.o.cmd). Ein testweses kompilieren des gentoo-gepatchten Kernels funktionierte nicht, da make menuconfig nicht funktionierte. Ich habe das Problem noch nicht beheben können. Erst wenn ich eine Lösung habe kann ich weitermachen. Ich werden demnächst die Installation in einem ungesplitteten Disk-Image neu beginnen.
Siehe auch
Links